Kategorien
Equipment

Focal Alpha 65 Review

Als Ergänzung zu meinen Lautsprechern von Yamaha (HS 5) habe ich mir letztes Jahr ein Paar Focal Alpha 65 zugelegt. Grund war nicht, dass ich mit Ersteren unzufrieden war, sondern der Wunsch nach einem etwas weiteren Frequenzbereich in Bass und Höhen, um wirklich das volle Spektrum beurteilen zu können.

Im Folgenden werde ich Euch meine Eindrücke und Erfahrungen mit den Monitoren schildern.

Verpackung, Bedienungsanleitung, Zubehör

Die Alpha 65 kamen gut und sicher verpackt bei mir an. Die Bedienungsanleitung, welche ich vorher schon online angesehen hatte, finde ich sehr gelungen. Dort werden Empfehlungen zur Aufstellung und Vorschläge zu EQ-Einstellungen in verschiedenen Räumen gegeben. Ebenfalls wird darauf hingewiesen, dass die Lautsprecher erst nach einer gewissen Einspielzeit (ca. 20 Stunden) ihren vollen Klang entfalten werden.

Enttäuschend fand ich, dass keine passenden Stromkabel für Deutschland im Lieferumfang waren. So musste ich auf eigene Kaltgerätekabel zurückgreifen. XLR Kabel zum Anschließen der Monitore sind auch nicht im Lieferumfang enthalten.

Anschlüsse und Features

Die Focal Alpha 65 verfügen über symmetrische XLR und unsymmetrische Chincheingänge. Auf der Rückseite befinden sich ein On/Off Schalter und ein Sensivity Switch, welcher sich von 0dB auf +6dB umschalten lässt, um die Eingangslautstärke zu erhöhen.

Focal Alpha 65 EQ Regler
Focal Alpha 65 EQ Regler

Desweiteren gibt es 2 Equalizer-Potentiometer zum Regeln der tiefen und hohen Frequenzen. Der Bass lässt sich mit dem LF Shelving unter 300Hz um 6dB absenken oder anheben und die Höhen mit dem HF Shelving ab 4,5kHz um 3dB anheben oder absenken. Dies lässt eine äußerst gute Anpassung an die Abhösituation und Hörgewohnheiten zu und funktioniert auch sehr gut. Meine sind trotzdessen in neutraler Position, weil ich den Sound nicht durch einen EQ färben möchte.

Der Standby-Modus

Was zwar äußerst umweltfreundlich und hilfreich erscheinen mag, ist für mich wirklich ein störender Faktor. Damit die Lautsprecher überhaupt einen Ton von sich geben, müssen sie erstmal mit recht moderatem Pegel befeuert werden. Nur so verlassen sie den Standby-Modus. Wenn man die Lautsprecher 30 Minuten nicht nutzt, aktiviert sich automatisch der Standby-Modus und das Spielchen geht von vorne los.

Ich weiß nicht wie andere Leute das sehen, aber ich möchte selber bestimmen was ich wann und wie laut durch meine Monitore höre. Das automatische Abschalten und den recht unempfindlichen Wiedereinschaltmechanismus finde ich persönlich eher als störend. Leider lässt sich diese Funktion nicht deaktivieren.

Wenn man wie ich mit 2 oder mehr Monitorpaaren arbeitet, passiert es regelmäßig, dass sich die Focal während des Arbeitens abschalten und ich warten muss bis sie nach einigen Sekunden dann mal den Standby verlassen und wieder Musik für mich spielen. Zumal ich die Abhörlautstärke oft so gering habe, dass sich die Focal garnicht einschalten.

Klang und Praxis

Frequenzmäßig kann man den Alpha 65 nicht vorwerfen, dass irgendetwas fehlen würde. Die Höhen sind extrem präsent, genauso wie der Bass, welcher auch ausreichend tief geht.

Man hört wirklich sofort raus wenn im Bassbereich etwas nicht stimmt oder die Höhen zu spitz sind. Vor allem der Bereich der extrem hohen Frequenzen von 15-20kHz lässt sich viel besser beurteilen als bei den Yamahas.

Man hört hochfrequente Störgeräusche und zu stark angehobene Höhen sofort, während es auf den Yamahas kaum wahrnehmbar ist. Das gleiche gilt für den Tiefbassbereich.

Wo ich jedoch gerne auf die Yamahas zurückgreife sind der Mittenbereich und die Lautstärkenbalance. Dies liegt vor allem daran, dass man die Mitten besser beurteilen kann, wenn weniger Bass und Höhen zu hören sind und diese die mittleren Frequenzen nicht „verdecken“. Aus diesem Grund verwenden viele Engineers ein paar Auratones oder ähnliche kleine Speaker mit als Referenz.

Das Stereobild ist so wie man es entsprechend der Aufstellung erwartet und lässt eine Ortung einzelner Elemente akkurat zu. Der Sweetspot ist breiter als bei vielen Mitbewerbern. Der Klang breitet sich im gesamten Raum gut aus.

Die Impulstreue und Dynamik sind wirklich gut. Feine und kurze Percussionschläge werden unverwaschen wiedergegeben und auch in dichten Mischungen lassen sich einzelne Elemente noch definiert raushören.

Einziger Minuspunkt in Sachen Klang ist das recht hohe Grundrauschen der Lautsprecher. Wenn man wie ich einen Abstand von unter 1m hat, ist das Rauschen deutlich wahrnehmbar und kann bei leisen Abhörlautstärken schon das Klangbild trügen. Die Yamahas rauschen im Vergleich fast garnicht.

Fazit

Positives

  • weiter Frequenzbereich, gute Höhen- und Basswiedergabe
  • gute Dynamik und Impulstreue
  • Sehr gut durchdachte EQ-Möglichkeiten, die eine Anpassung an den Raum erleichtern
  • Gute Verarbeitung
  • Raumfüllender Klang, breiter Sweetspot

Negatives

  • Standby Modus lässt sich nicht deaktivieren
  • kein deutsches Stromkabel im Lieferumfang (bestellt bei Thomann)
  • Realtiv hohes Grundrauschen

Alles in allem kann ich sagen, dass sich meine Mischungen durch die Ergänzung der Focal Alpha 65 nochmal verbessert haben. Gerade die Auflösung der hohen Frequenzen habe ich bisher bei keinem anderen Monitor so gut hören können.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.