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Apogee Duet 3 Review & Sound Test

Das beste Audio Interface für Apple M1?

Auf der Suche nach einem Ersatz für das RME Babyface Pro FS, welches mich vom Sound nie zu 100% überzeugen konnte freute ich mich sehr über die Ankündigung des Apogee Duet 3.

Nach anfänglichem Zögern habe ich es mir vor Kurzem bestellt und bin von der Klangqualität mehr als begeistert. Sowohl die Preamps und A/D Wandlung als auch die D/A Wandlung und der Kopfhörerverstärker sind klanglich das Beste, was ich je hatte. Das Apogee Duet 3 funktioniert reibungslos mit meinem Macbook Pro 13″ M1.

Eingänge – A/D Wandlung

Die 2 Eingänge, die sowohl Line/Inst/Mic Eingänge mit bis zu 60DB Gain sind, kann man als überaus sauber bezeichnen. Der Sound erreicht den Computer in einer Reinheit, die ich vorher nie für möglich gehalten habe – und das über USB-Buspower. Die Aufnahmen klingen Pur, ungefärbt und einfach zu 100% wie die Klangquelle und das jeweilige Mikrofon/Instrument.

Ausgänge – D/A Wandlung

Das Duet 3 verfügt über 4 Ausgänge: Ein Stereo Line Out und einen Stereo Kopfhörerausgang mit 0 OHM Impedanz. Für beide Ausgänge lassen sich separate Mischungen erstellen und die Lautstärke ist getrennt regelbar.

Der Sound ist auf allen Ausgängen wunderbar unangestrengt. Die Höhenauflösung ist sehr fein, jedoch ohne Überbetonung wie bei älteren Duets. Der Sound ist wie auf den Eingängen pur und neutral im besten Sinne. Abmischen ist eine Freude mit diesen Wandlern, jedoch brauchen die Aufnahmen mit dem Duet so gut wie keine Nachbearbeitung.

Um das ganze zu Demonstrieren zeige ich Euch folgenden Song. Die Vocals wurden mit den Preamps des Apogee Duet 3 aufgenommen und es ist keinerlei Nachbearbeitung außer Pegel und Panning erfolgt. Die Qualität spricht für sich:

Apogee Duet 3 Vocal Demo – No Processing (Mp3, 320kbps)

Fazit: Apogee Duet 3 vs RME Babyface Pro FS

Das wichtigste für mich bei einem Interface ist der Sound und hier hat Apogee alles richtig gemacht. Mehr muss man dazu wirklich nicht sagen. Die kompletten Features und Infos über den internen DSP Chip, mit dem ihr während der Aufnahme Plugins berechnen könnt findet Ihr auf der Herstellerseite. Bei soll es nur um das wichtigste gehen: den Sound.

Für mich ist es ein würdiger Nachfolger, welches mein Babyface Pro FS übertroffen hat! Gerne könnt Ihr Euch noch mein Video Review auf Youtube ansehen:

Apogee Duet 3 Review
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Equipment Mixing

SSL Plugin Vergleich – Waves vs Plugin Alliance bx_console

Mittlerweile gibt es von den Mischpulten, auf denen früher und auch heute noch viele unserer Lieblingssongs abgemischt wurden unzählige Emulationen in der digitalen Plugin-Welt.

Ich möchte Euch heute 4 der bekanntesten SSL-Plugins in einem Hörvergleich vorstellen:

Waves SSL E Channel vs. Waves CLA Mixhub vs bx_console SSL 4000 E vs bx_console SSL 9000 J

Im Video hört und seht Ihr die Plugins im Vergleich:

SSL Plugins im Vergleich

Mein Fazit ist, dass zwar die neuste Emulation der SSL 9000 J von Plugin Alliance sehr beeindruckend klingt und vielseitig einsetzbar ist, aber im Grunde alle der Plugins durch authentischen/charaktervollen Klang und super schnellen Workflow bestechen. Auch der Waves SSL E Channel aus den frühen 2000er Jahren ist heute noch relevant und wird von mir fast täglich eingesetzt – trotz zahlreicher Alternativen!

SSL Plugins Hörvergleich

Hier habe ich für Euch nochmal die 4 Files aus dem Video einzeln exportiert, so dass Ihr sie anhören, downloaden und in Eurer DAW vergleichen könnt.

bx_console SSL 4000 E
bx_console SSL 9000 J
Waves E Channel (Classic)
Waves CLA Mixhub

Lasst mich wissen, was Euer Favorit ist! Zum Download einfach auf die Beschreibung unter den Playern drücken.

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Equipment Mixing Recording

Rap mit dem Shure SM7B Aufnehmen und Abmischen

Das beste Mikrofon für Rap?

Ihr besitzt ein Shure SM7B und wollt damit Rap aufnehmen? Ihr seit noch nicht mit dem Sound zufrieden oder wisst nicht genau wie Ihr den besten Sound aus dem Mikrofon holt?

Dann ist dieses Video genau das Richtige für Euch:

Im Video geb ich Euch ein paar Tips, wie Ihr Euch und das Mikrofon am besten im Raum platziert und zeige anschließend, wie Ihr nur mit einem Equalizer und einem Kompressor/Limiter das Signal deutlich aufwerten könnt.

Professionelle Rap Vocals in 7 Minuten – Viel Spaß beim anschauen.

Wie nutzt Ihr das Shure SM7B? Lasst es mich gern in den Kommentaren wissen.

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Equipment Mastering Mixing

bx_Masterdesk Review & bx_masterdesk vs. Izotope Ozone Elements

Mit dem bx_Masterdesk von Brainworx verspricht Plugin Alliance einfaches Mastering auch für unerfahrene Nutzer. Der Hersteller Brainworx verspricht Punch, Präsenz und Dynamik bei maximaler Lautheit – im heutigen Review schauen wir wie es sich in der Praxis schlägt.

Ich habe dazu auch ein Video Review gemacht, welches Du dir gerne hier anschauen kannst. Weiterlesen lohnt sich aber trotzdem, da hier unter Anderem noch ein Klangvergleich zu Izotope Ozone mit Klnagbeispielen gezeigt wird. Zunächst das Video:

Oberfläche und Bedienung

bx_Masterdesk – Sehr intuitive und übersichtliche Benutzeroberfläche

Die Benutzeroberfläche ist sehr gut gelungen – sowohl vom Design, als auch von der Funktion. Alle Regler sind eindeutig beschriftet und auch entsprechend der Workflow-Reihenfolge durchnummeriert. Aus diesem Grund kann es sich durchaus auch für Anfänger eignen und einen leichteren Zugang zum Thema Mastering schaffen.

Auch ohne Lesen des Manuals erklären sich die meisten Funktionen von selbst. Um das Maximum herauszuholen sollte man jedoch das Manual lesen, um zu verstehen wie man das Plugin optimal einsetzt.

Wie funktioniert bx_Masterdesk?

Grundsätzlich besteht bx_Masterdesk aus einem Kompressor mit 4 verschiedenen Modi, der im Bereich von 86%-100% zugemischt werden kann und je nach Eingangspegel komprimiert. Final durchläuft das Signal noch einen Limiter, der standardmäßig einen 1dB Boost hat und durch den „Limiter Turbo“ auf 2dB angehoben werden kann für extreme Komprimierung.

Zwischen Kompressor und Limiter befinden sich verschiedene Filter, ein Deesser, ein Regler für harmonische Verzerrung und 2 Tools zum Eingreifen in das Stereobild.

Der Grundsätzliche Arbeitsablauf gestaltet sich laut Hersteller wie folgt:

  1. Den Volume Knopf so weit anheben, das auf dem Meter eine Dynamic Range von 6dB (für CD) bis 8dB (für Streaming) angezeigt wird.
  2. Mit der Foundation das gewünschte Bassfundament für das Master einstellen. Nach links = weniger Bass und nach rechts = mehr Bass. Simple as that.
  3. Mithilfe der Tone-Control (Bass, Mid, Treble, Presence) den Frequenzgang optimieren wenn nötig. Hier lassen sich Anpassungen von +-3dB vornehmen. Also auch extreme Einstellungen sind noch moderat.
  4. Auf Wusch kann nun noch zwischen 4 verschiedenen Kompressor-Typen gewählt werden, sowie eine Stereolink Funktion dessen aktiviert werden. Mit dem THD Regler kann eine harmonische Verzerrung zugemischt werden. Mit den Resonanzfiltern kann in vielen Mischungen der Bass -, Mitten – und Höhenbereich optimiert werden. Mit den MS Tools kann das Stereobild verbreitert sowie tiefe Frequenzen zu Mono gemischt werden.

Klangqualität

Meine subjektive Einschätzung: bx_Masterdesk hat einen „analogeren“ Charakter als Standard Limiter wie Waves L1,L2 oder L3 und insgesamt einen sehr punchigen und präsenten Klang. Vor allem bei Einsatz des THD Reglers. Auch bei starker Komprimierung klingt die Musik noch lebendig und dynamisch. Man hat das Gefühl je stärker man reinfährt, desto kraftvoller wird das Master, während das bei Standard Limitern oft ins Gegenteil führt: flacher, platter und lebloser Sound.

Insgesamt bewerte ich die Klangqualität als äußerst positiv, muss aber sagen, dass es eventuell nicht immer passen wird, da eine gewisse Klangfärbung stattfindet. Ich finde diese Färbung meist gut, weil die Musik danach lebendiger klingt als vorher, aber es gibt transparentere Plugins wenn es darauf ankommt.

bx_Masterdesk vs Izotope Ozone Elements

Hier ein kleiner Vergleich mit Izotope Ozone mit ähnlichen Einstellungen (leichter EQ, leichte Stereoverbreterung, leichtes Limiting):

bx_Masterdesk
Izotope Ozone Elements

Entschiedet für Euch selbst, was besser klingt. Ich finde das bx_Masterdesk Master klingt etwas definierter und hochwertiger.

Fazit

Kann ich das Plugin uneingeschränkt empfehlen?

Wenn man es wie ich zum Black Friday für 30$ bekommen kann definitiv, aber selbst ein etwas höherer Preis wäre natürlich noch angebracht. Klang und Bedienung sind top und auch wenn man es nicht in jedem Master verwenden wird ist es immer eine gute Option im Werkzeugkoffer! Man kann es ja trotzdem mit anderen Prozessoren kombinieren.

Für wen ist das Plugin gut geeignet?

Vor allem für diejenigen, die Mastering etwas besser verstehen wollen und bisher Angst davor hatten Ihre Musik selber zu Mastern. Mit diesem Plugin lassen sich durchaus professionelle Ergebnisse in kurzer Zeit erreichen und die Lernkurve ist sehr klein. Man kann sich sehr gut auf das Hören konzentrieren, weil die Benutzeroberfläche so konstruiert ist, dass sie einem nicht im Weg steht.

Ich wünsche frohes Mixen und Mastern! Lasst mich wissen, ob Ihr das Plugin bereits im Einsatz habt und wie ihr darüber denkt.

Dies ist kein gesponsorter Post, ich habe die Software von meinem eigenen Geld bezahlt und spiegele nur meine subjektive Meiung wieder.

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Equipment Mixing

Vocal Chain mit DAW Stock Plugins

Ich habe über die Jahre sehr viel Geld für Plugins ausgegeben. Irgendwann musste ich mir leider eingestehen, dass mich das alleine nicht zu einem besseren Mixing Ingenieur oder Musiker gemacht hat.

Denn im Grunde geht es immer um die gleichen Basics/Grundlagen: Dynamik und Frequenzgang.

Diese beiden Dinge lassen sich eben auch hervorragend mit den Stadard Kompressoren und Equalizern aus Pro Tools, Logic, Cubase, Live etc. bearbeiten.

Heute zeige ich Euch wie man mit Standard DAW Plugins (Kompressor & Equalizer) eine einfache und gut klingende Vocal Chain kreiert ohne auch nur ein kostenpflichtiges Drittanbieter Plugin zu nutzen.

Für mich war es eine interessante Challenge und hat mir gezeigt, dass nicht die Werkzeuge selbst den Klang machen, sondern wer sie benutzt und wie er sie benutzt.

So lange Du eine klare Vorstellung vom finalen Klang hast kannst Du Ihn auch mit Standard Plugins erreichen. Der Vorteil ist auch, dass man sich nicht vom hohen Preis der Drittanbieter Plugins blenden lässt und somit mehr auf das Ergebnis fokussiert ist und weniger auf die fotorealistische Grafik einer analogen Emulation.

Weniger ist mehr – das gilt vor allem auch im Mixing.

Bevor man die Basics und die Tools, die man hat nicht beherrscht braucht man noch keine weiteren Tools nur weil andere sie benutzen. Diese werden dich nämlich nicht so sehr weiterbringen wie gezieltes Gehörtraining und das Lernen von EQ und Kompression.

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Equipment Mixing

Billigmikrofon teuer klingen lassen: Shure SM57 vs SM7b Vocal Mixing

Ihr seid mit Eurer Aufnahmequalität nicht zufrieden und denkt es liegt am billigen Mikrofon?

Heute zeige ich Euch wie ich Vocals, aufgenommen mit einem 100€ Shure SM57, so bearbeite, dass Sie qualitativ wie ein deutlich teureres Mikrofon klingen. Dazu vergleiche ich das SM57 auch mit dem 4 mal so teuren SM7b.

Es ist also durchaus möglich Mikrofone unterschiedlicher Preisklassen qualitativ anzugleichen.

Das Mikrofon sollte also keine Ausrede mehr für schlechte Aufnahmequalität in Homestudios sein!

Viel mehr sollte hier der Fokus auf die Akustik, die Aufnahmetechnik und die Performance gelegt werden. Die kleinen Feinschliffe bekommt man meist mit simplem EQ und Kompressor hin!

Habt Ihr schonmal mit einem SM57 Studiovocals aufgenommen? Wie sind Eure Erfahrungen mit günstigen Mikrofonen?

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Allgemeines Equipment Mixing

Wie soll ich meine Abhörmonitore im Homestudio positionieren?

Wer gute Musikmischungen erstellen möchte braucht eine möglichst akkurate Abhörmöglichkeit um den Klang während des Mixings beurteilen zu können.

Manche schwören diesbezüglich auf Ihre liebsten Kopfhörer, die Mehrheit nutzt aber Studiomonitore (Lautsprecher). Davon gibt es die Varianten Nahfeld- Midfield- und Mainmonitore.

Die am weitesten verbreitete Variante in Homestudios sind die Nahfeldmonitore. In diesem Artikel geht es darum wie man seine Abhörmonitore positioniert um die beste Abhörsituation in akkustisch oft suboptimaler Umgebung zu erhalten.

Grundlage 1: Stereopanorama

Um ein optimales Stereobild mit guter Phantommitte zu erhalten gilt ein einfacher Grundsatz: Die Monitore müssen so platziert werden, dass sie zusammen mit dem Kopf des Hörers ein gleichseitiges Dreieck (Stereodreieck) ergeben.

Positionierung im gleichseitigen Stereodreieck für optimales Stereopanorama.

Grundlage 2: Höhe der Abhörmonitore

Für die Höhe der Lautsprecher bezogen auf die Ohren gibt es auch eine Empfehlung: Die Hochtöner (Tweeter) der Monitore sollten ziemlich genau auf Ohrhöhe sein.

Das hat den Hintergrund, dass hohe Frequenzen von den meisten Lautsprechern sehr gerichtet/geradlinig abgestrahlt werden. Wenn man also den Kopf zu hoch oder tief hat kann es sein, dass die hohen Frequenzen verfälscht klingen.

Dieser Effekt nimmt natürlich mit zunehmendem Abstand zu den Monitoren ab.

FAQ – Was ist noch bei der Positionierung/Aufstellung von Studiomonitoren zu beachten?

Was sollte vermieden werden?

Vermeiden sollte man das direkte Abstellen auf dem Studiotisch. Dies hat zur Folge, dass sich die Schwingungen der Lautsprechergehäuse auf den Tisch und alles was draufsteht übertragen.

Das äußert sich wiederum in ungewollten Resonanzen, die vor allem den Tieftonbereich verfälschen und das Hören alles andere als angenehm machen.

Wie kann ich meine Monitore entkoppeln?

Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten:

  1. Entkopplung durch Schaumstoff bzw. Gummipads bei Aufstellung auf den Studiotisch.
  2. Noch Besser: Nutzung eines speziellen Tischstativs. Hier gibt es verschiedene Varianten unterschiedlicher Hersteller. Einfach bei Thomann oder Ähnlichen Händlern suchen.
  3. Höhenverstellbare Ständer für Abhörmonitore.

Variante 2 und 3 sind hier am empfehlenswertesten.

Wie weit weg soll ich von den Abhörmonitoren sitzen?

Ich vermute, dass sich hier die Geister scheiden, aber habe folgende Meinung:

Der Sound beim Abhören sollte so trocken wie möglich und frei von starkem Raumeinfluss sein – Nur so kann man den natürlichen Raumklang der Aufnahmen auch beurteilen. Wenn sich der Raumklang der Aufnahmen mit dem eigenen Raumklang vermischt ist eine neutrale Beurteilung des Mixes deutlich schwerer.

Die Ausblendung des eigenen Raumes gelingt am besten indem man näher an die Schallquelle, also die Lautsprecher, herangeht. So ist das Verhältnis von Direktschall zu Raumreflexionen am größten.

Daher empfehle ich die Positionierung der Monitore auf einem Tischstativ direkt auf dem Studiotisch, so dass ein gleichseitiges Dreieck mit dem eigenen Kopf entsteht. Bei mir ist das mit einer Seitenlänge von ca. 70cm realisiert. Ich habe also zu jedem Tweeter ungefähr 70cm Abstand, was für Nahfeldmonitore ein guter Bereich ist.

Noch weiter verbessern lässt sich der Klang indem man so weit wie möglich von der Wand weggeht und diese zusätzlich mit breitbandigen Absorbern behandelt. Der Bereich und die Wände hinter der Abhöre sollten akkustisch diffus gestaltet werden.

Bonus Tip: Abhörlautstärke im Homestudio

Es scheint eher ungewöhnlich, aber die Empfehlung ist ganz klar: Höre so leise wie möglich ab! Am besten so, dass Du noch ein Gespräch führen könntest.

Dies hat mehrere Vorteile:

  • Das Gehör ermüdet nicht so schnell.
  • Der Raum wird nicht so stark angeregt und die Akkustik spielt eine geringere Rolle – Besonders wichtig im Homestudio!
  • Du hörst, was wirklich hörbar ist: Kann man den Bass noch wahrnehmen? Wird die Snare von den Vocals verdeckt? Hat die Kick genung Punch? Ist die Mischung zu dumpf?

Das schließt jedoch nicht aus zwischendurch zur Kontrolle immer wieder mal etwas lauter abzuhören. So lässt sich besser beurteilen, wie sich der Mix im Raum verhält und ob die Frequenzbalance auch bei hohen Lautstärken noch angenehm ist. Korrekturen sollten dann aber wieder auf niedriger Lautstärke erfolgen.

Zusammenfassung

In diesem Artikel hast Du gelernt wie Du Abhörmonitore optimal positionierst um deine Mischungen gut beurteilen zu können. Wir haben über das Stereodreieck und die optimale Höhe der Lautsprecher gesprochen.

Schließlich habe ich noch dargelegt wie Du durch Verringerung des Abstands und der Abhörlautstärke die Akkustik deines Raumes optimal ausblendest und auch in schlechter klingenden Umgebungen gut abhören kannst.

Lasst mich in den Kommentaren wissen, ob Ihr diese Grundlagen schon kanntet oder Eure Monitore einfach ohne groß darüber nachzudenken oder zu experimentieren aufgestellt habt.

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Equipment Mixing Recording

Der beste Equalizer

Gibt es so etwas wie einen nahezu perfekten Equalizer in der Tontechnik? Ein Gerät, welches den Frequenzgang, also den Klang einer Schallquelle so anpasst, dass es perfekt zum jeweiligen Song passt? Brauche ich dafür teure analoge Equalizer oder Plugins, Linear Phase oder Analyzer Funktionen?

Nun ja, es gibt sicher keinen perfekten Equalizer, aber es gibt einen, der alle anderen um Längen schlägt. Dieser ist komplett kostenlos und in so gut wie jedem Home- und Profistudio vielfälltig zu finden – Er nennt sich Mikrofon und Mikrofonpositionierung.

Wie kann ein Mikrofon der beste Equalizer sein?

Wie Du sicher weißt haben unteschiedliche Mikrofone und Mikrofontypen einen sehr unterschiedlichen Klang, der sich aus Frequenzgang, Richtcharateristik und dem Wandlerprinzip ergibt. Dies ist zum einen so gewollt und zum anderen auch gut so.

Die Folge daraus ist nämlich, dass es für so gut wie jede Anwendung ein Mikrofon gibt, welches bereits unbearbeitet eine gute Frequenzbalance und dynamische Ausgeglichenheit abliefern kann. Ein solches Ausgangssignal wird in jedem Fall hochwertiger sein als eines, welches erst mithilfe von starkem Equalizing den erwünschten Klang hat.

Selbstverständlich haben die wenigsten Homestudios eine riesige Sammlung unterschiedlichster Mikrofone und können nicht immer das 100% perfekte Mikrofon wählen, aber man kann sehr nah rankommen mit etwas Probierfreudigkeit.

Auch wenn man nicht über die teuersten Neumann Mikrofone und ultralineare Kleinmembran Kondensatormikrofone verfügt, haben die meisten sicher ein oder mehrere dynamische Mikrofone wie ein Shure SM57, SM58, SM7B oder Ähnliches und ein oder mehrere Großmembran Kondensatormikrofone. Vielleicht hat der ein oder andere auch ein günstiges Bändchenmikrofon oder ein paar Kleinmembraner für Stereoaufnahmen. Manche sind vielleicht sogar in Besitz eines schönen Röhrenmikrofons.

Wenn Ihr versucht Eure Mikrofone ein bisschen nach Klangfarbe- und Charakter zu kategorisieren, werdet Ihr sehen, dass jedes Mic seine Hauptanwendungsbereiche hat. Doch nicht in jeder Situation brauchst Du den gleichen Sound!

Beispiel an Vocals

Du bist in der Mixing Phase deines Songs und die Vocals fügen sich einfach nicht in den Mix ein. Du musst unglaublich viel Deessen und Höhen absenken, weil die Aufnahme zu hell und schrill klingt. Durch die ganze Bearbeitung verliert dein Signal an Natürlichkeit und passt nicht in den Mix.

Lösung 1: Mikrofonpositionierung

Führe Die Vocalaufnahme erneut durch und gehe etwas dichter ans Mikrofon für mehr Bass. Positioniere das Mikrofon so, dass es eher auf deinen Kiefer als auf deinen Mund zeigt, so werden mehr Brustresonanzen und weniger Mundgeräusche und S-Laute aufgenommen. Spreche nicht frontal ins Mikrofon sondern drehe oder winkele es leicht an. So machst Du dir die natürliche Höhenabsenkung des Mikrofons zu Nutzen.

Lösung 2: Mikrofonwahl

Wähle statt dem üblichen Großmembran Kondensatormikrofon ein dynamischens Mikrofon und gehe recht nah heran. Nutze einen Popfilter oder Windschutz für ein cleaneres Signal. Winkel das Mikrofon so an, dass Du die gewünschte Frequenzbalance erhältst. Du wirst erstaunt sein, welch gute Gesangsaufnahmen mit nur einem SM57 gemacht werden können.

Weitere sinnvolle Mikrofonarten wenn Aufnahmen zu agressiv in den Höhen klingen sind Bändchenmikrofone und GroßmembranRöhrenkondensatormikrofone. Doch auch lineare Kleinmembraner können durchaus in solchen Situationen funktionieren.

Fazit

Ziel der ganzen Überlegung ist es ein bestmögliches Ausgangssignal aufzunehmen, so dass es beim Mixing nicht zu Problemen kommen kann. Statt sich also auf seine analogen Equalizer oder Plugins zu verlassen muss zuerst das Optimum aus Mikfrofonwahl und Positionierung herausgeholt werden. Denn das sind die besten Equalizer, die jeder Tontechniker hat und sie sind auch noch kostenlos!

Also überlegt vor der nächsten Aufnahme zweimal welches Mikrofon den passendsten Klang für den jeweiligen Song und das jeweilige Instrument hat. Damit erspart Ihr Euch im besten Fall 70-80% Equalizing im Mix. Ich zum Beispiel versuche Vocals immer so aufzunehmen, dass ich kaum einen Equalizer mehr brauche.

Lasst mich wissen wie Ihr das Thema seht und welche Erfahrungen Ihr mit verschiedenen Mikrofonarten gemacht habt.

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Equipment

Focal Alpha 65 Review

Als Ergänzung zu meinen Lautsprechern von Yamaha (HS 5) habe ich mir letztes Jahr ein Paar Focal Alpha 65 zugelegt. Grund war nicht, dass ich mit Ersteren unzufrieden war, sondern der Wunsch nach einem etwas weiteren Frequenzbereich in Bass und Höhen, um wirklich das volle Spektrum beurteilen zu können.

Im Folgenden werde ich Euch meine Eindrücke und Erfahrungen mit den Monitoren schildern.

Verpackung, Bedienungsanleitung, Zubehör

Die Alpha 65 kamen gut und sicher verpackt bei mir an. Die Bedienungsanleitung, welche ich vorher schon online angesehen hatte, finde ich sehr gelungen. Dort werden Empfehlungen zur Aufstellung und Vorschläge zu EQ-Einstellungen in verschiedenen Räumen gegeben. Ebenfalls wird darauf hingewiesen, dass die Lautsprecher erst nach einer gewissen Einspielzeit (ca. 20 Stunden) ihren vollen Klang entfalten werden.

Enttäuschend fand ich, dass keine passenden Stromkabel für Deutschland im Lieferumfang waren. So musste ich auf eigene Kaltgerätekabel zurückgreifen. XLR Kabel zum Anschließen der Monitore sind auch nicht im Lieferumfang enthalten.

Anschlüsse und Features

Die Focal Alpha 65 verfügen über symmetrische XLR und unsymmetrische Chincheingänge. Auf der Rückseite befinden sich ein On/Off Schalter und ein Sensivity Switch, welcher sich von 0dB auf +6dB umschalten lässt, um die Eingangslautstärke zu erhöhen.

Focal Alpha 65 EQ Regler
Focal Alpha 65 EQ Regler

Desweiteren gibt es 2 Equalizer-Potentiometer zum Regeln der tiefen und hohen Frequenzen. Der Bass lässt sich mit dem LF Shelving unter 300Hz um 6dB absenken oder anheben und die Höhen mit dem HF Shelving ab 4,5kHz um 3dB anheben oder absenken. Dies lässt eine äußerst gute Anpassung an die Abhösituation und Hörgewohnheiten zu und funktioniert auch sehr gut. Meine sind trotzdessen in neutraler Position, weil ich den Sound nicht durch einen EQ färben möchte.

Der Standby-Modus

Was zwar äußerst umweltfreundlich und hilfreich erscheinen mag, ist für mich wirklich ein störender Faktor. Damit die Lautsprecher überhaupt einen Ton von sich geben, müssen sie erstmal mit recht moderatem Pegel befeuert werden. Nur so verlassen sie den Standby-Modus. Wenn man die Lautsprecher 30 Minuten nicht nutzt, aktiviert sich automatisch der Standby-Modus und das Spielchen geht von vorne los.

Ich weiß nicht wie andere Leute das sehen, aber ich möchte selber bestimmen was ich wann und wie laut durch meine Monitore höre. Das automatische Abschalten und den recht unempfindlichen Wiedereinschaltmechanismus finde ich persönlich eher als störend. Leider lässt sich diese Funktion nicht deaktivieren.

Wenn man wie ich mit 2 oder mehr Monitorpaaren arbeitet, passiert es regelmäßig, dass sich die Focal während des Arbeitens abschalten und ich warten muss bis sie nach einigen Sekunden dann mal den Standby verlassen und wieder Musik für mich spielen. Zumal ich die Abhörlautstärke oft so gering habe, dass sich die Focal garnicht einschalten.

Klang und Praxis

Frequenzmäßig kann man den Alpha 65 nicht vorwerfen, dass irgendetwas fehlen würde. Die Höhen sind extrem präsent, genauso wie der Bass, welcher auch ausreichend tief geht.

Man hört wirklich sofort raus wenn im Bassbereich etwas nicht stimmt oder die Höhen zu spitz sind. Vor allem der Bereich der extrem hohen Frequenzen von 15-20kHz lässt sich viel besser beurteilen als bei den Yamahas.

Man hört hochfrequente Störgeräusche und zu stark angehobene Höhen sofort, während es auf den Yamahas kaum wahrnehmbar ist. Das gleiche gilt für den Tiefbassbereich.

Wo ich jedoch gerne auf die Yamahas zurückgreife sind der Mittenbereich und die Lautstärkenbalance. Dies liegt vor allem daran, dass man die Mitten besser beurteilen kann, wenn weniger Bass und Höhen zu hören sind und diese die mittleren Frequenzen nicht „verdecken“. Aus diesem Grund verwenden viele Engineers ein paar Auratones oder ähnliche kleine Speaker mit als Referenz.

Das Stereobild ist so wie man es entsprechend der Aufstellung erwartet und lässt eine Ortung einzelner Elemente akkurat zu. Der Sweetspot ist breiter als bei vielen Mitbewerbern. Der Klang breitet sich im gesamten Raum gut aus.

Die Impulstreue und Dynamik sind wirklich gut. Feine und kurze Percussionschläge werden unverwaschen wiedergegeben und auch in dichten Mischungen lassen sich einzelne Elemente noch definiert raushören.

Einziger Minuspunkt in Sachen Klang ist das recht hohe Grundrauschen der Lautsprecher. Wenn man wie ich einen Abstand von unter 1m hat, ist das Rauschen deutlich wahrnehmbar und kann bei leisen Abhörlautstärken schon das Klangbild trügen. Die Yamahas rauschen im Vergleich fast garnicht.

Fazit

Positives

  • weiter Frequenzbereich, gute Höhen- und Basswiedergabe
  • gute Dynamik und Impulstreue
  • Sehr gut durchdachte EQ-Möglichkeiten, die eine Anpassung an den Raum erleichtern
  • Gute Verarbeitung
  • Raumfüllender Klang, breiter Sweetspot

Negatives

  • Standby Modus lässt sich nicht deaktivieren
  • kein deutsches Stromkabel im Lieferumfang (bestellt bei Thomann)
  • Realtiv hohes Grundrauschen

Alles in allem kann ich sagen, dass sich meine Mischungen durch die Ergänzung der Focal Alpha 65 nochmal verbessert haben. Gerade die Auflösung der hohen Frequenzen habe ich bisher bei keinem anderen Monitor so gut hören können.

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Equipment

Motu M4 Review

Nach langem Suchen und vielen Tests habe ich nun endlich ein neues mobiles Interface gefunden, welches all meinen Ansprüchen an Klang und Qualität gerecht wird und einen unglaublich guten Preis hat – wilkommen zu meinem Motu M4 Review.

Optik und Verarbeitung

Zunächst soll erwähnt sein, dass ich auf meiner Suche diverse Interfaces von namhaften Herstellern wie Apogee und anderen getestet hatte und leider immer in gewissen Punkten enttäuscht wurde. Zum einen von der Qualität, die zum Preis geboten wurde und zum anderen von Mängeln wie Störgeräuschen oder diversen Defekten an Reglern und Störungen im Betrieb. Auch von der Klangqualität war ich nie so überzeugt, dass es einen Preis von über 500€ für 2 Kanäle rechtfertigen konnte, so dass ich meiner Mbox Pro weiter treu blieb.

Dementsprechend niedrig waren meine Erwartungen an das Motu M4. Da sich die Spezifikationen aber sehr gut gelesen haben, gab ich der kleinen Box eine Chance – zum Glück. Alleine das stabile Metallgehäuse vermittelt eine Qualität, die ich bisher nur aus deutlich teureren Geräten kannte. Die Potis sitzen bombenfest im Gehäuse und haben einen schönen Widerstand. Alles fühlt sich hochwertig an und das Interface ist im edlen schwarzen Look auch sehr schön auf dem Studiotisch anzuschauen.

In Puncto Optik und Verarbeitung ist das Motu also deutlich besser, als zu diesem Preis erwartet – große Klasse.

Plug & Play

Die Inbetriebnahme auf dem Mac könnte einfacher nicht sein. Durch die USB Class Compliance kann man das M4 einfach an einen beliebigen USB 2.0 Anschluss stecken und es ist sofort in den Systemeinstellungen so wie in der DAW verfügbar. Für die niedrigst mögliche Latenz stellt Motu noch einen extra Treiber zum Download bereit, den man aber nicht zwingend braucht. Unter Windows lädt man sich zunächst den Treiber herunter und kann das Interface danach wie gewohnt nutzen.

Zur Latenz und Stabilität kann ich bisher nur Positives sagen. Man kann ein Moitoring über die DAW mit diversen Plugins ohne Probleme durchführen und sich dabei nahezu verzögerungsfrei hören. Aussetzer oder Störgeräusche sind nicht vorhanden. Die Stabilität im Betrieb ist wirklich vorbildlich. Mein System ist ein Mac Pro 2,1 mit OSX 10.11.6. Mit Pro Tools, Logic und auch der Akai MPC Software läuft das M4 einwandfrei. Also wage ich zu sagen es verträgt sich mit allen geläufigen DAW`s.

Technische Infos

Ein- und Ausgänge

Das M4 vefügt über 4 Analoge Eingänge von denen 2 Mic und Instrumenten Preamps haben und 2 als Lineeingänge genutzt werden können. Ausgansseitig gibt es ein Stereo Monitor Out, welcher sich über den großen Poti auf der Front regulieren lässt. Außerdem gibt es noch zwei weitere Lineausgänge und einen regelbaren Kopfhörerverstärker. Aufnehmen und Wiedergeben kann man Sampleraten bis zu 192khz.

Spezifikationen/Audiowerte

Connector typeDynamic range (A-weighted)THD+N (unweighted)Max level
Line Output1/4″ TRS, balanced, tip hot120dB-110dB+16dBu
Line Input1/4″ TRS, bal/unbal, tip hot115dB-106dB+18dBu (at minimum gain)
Mic inputXLR, balanced, pin 2 hot115dB-129dBu EIN+10dBu (at minimum gain)
Phones1/4″, TRS stereo115dB-110dB+12.5dBu

Entnommen von https://motu.com/en-us/products/m-series/m4/specs/

Diese Audiowerte sind absolute Spitzenklasse und konkurrieren mit deutlich teureren Geräten wie z.B. dem Apogee Duet. Ob es sich auch dementsprechend auf die subjektive Klangqualität auswirkt erfahrt Ihr im Hör- und Praxistest im nächsten Punkt.

Klangqualität

Ich werde versuchen die Klangqualität so objektiv wie möglich zu bewerten, auch wenn soetwas immer höchst subjektiv ist.

Monitorausgänge / Wiedergabequaltität

Wie die 120dB Dynamikumfang der DA-Wandler schon vermuten lassen ist die Wiedergabequalität sehr hoch. Der Sound über meine Focal Alpha 65 Aktivlautsprecher ist neutral und offen. Alles klingt sehr natürlich. Transienten und Impulse werden weder überbetont, noch verschmiert dargestellt. Der Frequenzgang ist ausgewogen. Ich würde aber definitiv nicht von Schönfärberei sprechen – trotzdem fällt die hohe Qualität und Auflösung auf, die man einfach hören kann. Mischungen, die noch nicht fertig oder perfekt sind, werden über dieses Gerät auch nicht gut klingen und das empfinde ich als äußerst positiv. So lässt sich nämlich sehr gut und ehrlich damit Abmischen und Mastern.

Bei Apogee Interfaces konnte ich mir nie sicher sein, ob der Song noch zu roh klingt oder schon overprocessed ist, da dort in meinen Ohren eine Schönfärbung in den hohen Frequenzen stattfindet. Bei meiner Mbox Pro war zwar ebenfalls eine neutrale Wiedergabe möglich, allerdings fehlte dort die tolle Auflösung der hohen Frequenzen, so dass diese etwas schwerer abzuschätzen waren. Meine ersten Mischungen mit dem M4 übersetzen sehr gut auf andere Wiedergabesysteme wie Autos, Hifi Kopfhörer und Bluetooth Boxen, was ich bei meinen bisherigen Interfaces nicht immer hundertprozentig sagen konnte. Der Kopfhörerausgang hat ordentlich Power und ebenfalls sehr neutralen Sound mit genug Bass. Er verstärkt problemlos meine Sony MDR 7506 und AKG K701.

Aufnahmequalität und Preamps

Zum generellen Klangcharakter der AD Wandlung: Beim Aufnehmen gilt das gleiche wie für die Wiedergabe – sehr natürlicher, offener und neutraler Klang. Was aber fast noch wichtiger bei der Arbeit mit Mikrofonen ist, sind die Preamps und diese klingen wirklich sehr gut und sind kräftig für ein Audiointerface dieser Preisklasse. Die Verstärkung geht ohne große Färbung oder Verzerrungen vonstatten. Das Rauschen ist geringer als bei allen Interfaces, die ich getestet habe und fast so gering wie bei der Mbox Pro, welche aber nicht annähernd an die Klangqualität und Transparenz des Motu M4 herankommt. Ich würde den Klang schon fast als Crisp bezeichnen, also von dumpf oder leblos ist da keine Spur. In Kombination mit den guten Wandlern bekommt man hier auch ohne externen Preamp ein qualitativ hochwertiges Signal in die DAW, welches sich gut nachbearbeiten lässt. Man muss ja Preamps in Zeiten von 24 Bit auch nicht mehr bis aufs letzte ausreitzen. Hier sind noch zwei kurze Sprachaufnahmen mit 2 verschiedenen Mikrofontypen durch die internen Preamps als Klangbeispiele:

Sprachaufnahme mit dem SE Electronics Gemini G3500 und dem Motu M4.
Sprachaufnahme mit dem Shure Sm7b und dem Motu M4.

Man hört selbst beim Sm7b, welches eines der leisesten Mikrofone ist kaum ein Rauschen, somit erledigen die Preamps sehr gute Arbeit. Die Aufnahmen wurden nicht nachbearbeitet, lediglich normalisiert und mithilfe des Waves L1 auf 16 Bit gedithered und dann in 44,1khz exportiert.

Fazit zum Motu M4 USB 2.0 Audiointerface

Für gerade mal 259€ hat man mit dem Motu M4 wahrscheinlich das maximal Mögliche an Klangqualität in einem unglaublich hochwertigen Metallgehäuse mit soliden Potis. Zwar wird hier auf viele Dinge verzichtet, die bei Motu sonst Standard sind wie z.B. DSP Mixer, Effekte, Digital I/O, AVB Fähigkeit, aber dafür wird man mit 4 hervorragenden Ein- und Ausgängen sowie sehr gutem Kopfhörerverstärker belohnt. Für alle die größtenteils „in the box“ produzieren und mischen und einen einigermaßen dezenten Computer besitzen kann ich dieses Interface uneingeschränkt empfehlen, auch weit über die Preisklasse hinaus. Ich wage nicht zu sagen es ist das beste Interface in dieser Preisklasse, weil ich nicht alle getestet habe, aber da es besser als einige teurere Geräte performte gehe ich davon aus, dass es schwer zu toppen ist von anderen Interfaces unter 300€.

Uneingeschränkte Kaufempfehlung für alle, denen die Features und I/O reichen und nein ich bekomme kein Geld von Motu für diese Produktempfehlung.